Eigentlich eine klassische Bordeaux-Rebsorte,
die leider heute nicht mehr so
verbreitet angebaut wird wie noch vor 50 Jahren. Diese ausgezeichnete
Traube wächst schon seit langem im Medoc, viel länger als der
Cabernet Sauvignon und hatte früher größere Bedeutung.
Dieser Rückgang der angebauten Fläche hat nicht mit der Qualität
des
gelieferten Weins zu tun, sondern mit einigen unangenehmen Eigenschaften
im Weinberg. Nennen wir zum Beispiel ihre extrem späte Reife, noch
weit hinter der des Cabernet Sauvignon. Es bedeutet, dass man den Petit-Verdot
nur in besonders guten Jahrgängen ernten kann. Im Bordelais rechnet
man damit, dass sie nur in jedem dritten oder vierten Jahren voll ausreift.
Dazu kommt, dass die Triebe dieser Rebe extrem zerbrechlich sind und gern
in alle Himmelsrichtung wachsen, es ist schwierig, die Weinruten zu
binden, und vor allem nach einem Sturm findet man viele gebrochene Triebe
auf dem Boden. Aber die mutigen Winzer, die alle diese Risiken und Strapazen
auf sich nehmen, werden sehr belohnt, denn diese sehr dunklen und dickschaligen
Beeren liefern einen tanninreichen, würzigen, langlebigen und (oft
nach Veilchen) duftenden Wein, der fast an einen Syrah erinnert. Im Alter
entwickelt der Petit-Verdot eine große Feinheit und ist für
jeden großen Bordeaux-Wein eine Bereicherung.
Daher gilt der Petit-Verdot als eine Würze für das übliche
Medoc-Rezept. Er
wird auch traditionell mehr im südlichen Médoc (z.B. Margaux)
angebaut, wo
die Böden und deshalb auch die Weine leichter sind und den tiefdunklen
und
tanninreichen Petit-Verdot entsprechend nötiger haben.
Nach wie vor gestatten sich die Top-Chateaux den Luxus, die Sorte weiter
zu pflegen. Der Chateau Margaux zum Beispiel hat selbst etwa 6%
Petit-Verdot in seinen Weinbergen, im 19. JH. waren es aber über
30%, und in vielen anderen großen Schlössern ist diese Traube,
wenn auch
in kleinen Mengen präsent. Nennen wir nur Chateau Palmer, Mouton
und Lafitte Rothschild, Latour, Leoville las Cases, Pontet-Canet, Cantemerle
usw.
Aber nach einem reinsortigen Wein aus der Petit-Verdot in Médoc
sucht man
vergeblich. Um solche Raritäten zu finden, muss man in Weinregionen
mit
stärkerer Sonneneinstrahlung schauen, wie im Languedoc zum Beispiel.
Der Chateau Condamine-Bertrand bietet einen solchen Wein, es handelt sich
um die Cuvée Gourmandise.
Ein fazinierender Wein, sehr dunkel , fast schwarz.
Sein Duft ist sehr viefältig, man riecht rote Früchte wie Johannisbeere
und Brombeere, aber auch Paprika, Süßholz und Vanille.
Im Mund wirkt er extrem konzentriert, langanhaltend, und die starken Tannine
sind durch den 18- monatigen Fassausbau abgerundet.
Ein sehr guter Begleiter für starke Fleischgerichte, versuchen Sie
ihn mit
einem Coq au Vin....
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