Diese Traube ist unter vielen Namen bekannt.
Sie stammt aus Spanien,
vermutlich aus den Orten Murviedro und Mataro, und dort wird sie Monastrell,
Morastrell, Alcayata oder noch Garrut genannt.
In Frankreich, wo diese Traube schon seit vier Jahrhunderten heimisch
ist,
trägt sie neben Mourvèdre auch den Namen Plant de Saint Gilles.
In Australien, Kalifornien oder Cypern spricht man von Mataro,
in Griechenland: Negria, in Italien: Rossola Nera.
In Frankreich findet man diese Rebe nur im Süden. Da sie sehr spät
austreibt
( oft ist noch im Mai nicht die kleinste Aktivität zu verzeichnen
) braucht sie viel Sonne und Wärme, um zur Reife zu gelangen. Am
wohlsten fühlt sie sich an der Mittelmeer Küste: Languedoc,
Côtes du Rhône und vor allem Provence; ein Bandol zum Beispiel
besteht aus mindestens 50% Mourvèdre. Die Mourvèdre-Traube
zählt noch zu den Hauptsorten in Châteauneuf-du-Pape, aber
nördlich ist sie nicht mehr anzutreffen.
Aber wenn sie genug Sonne bekommt, wächst sie sehr kräftig und
vor allem
aufrecht, trägt aber nicht allzuviele Beeren. Diese sind klein und
dickschalig, duften stark und der Geschmack ist eicht bitter.
Der Wein aus dieser Traube besitzt viel Farbe, viel Tanninen und viel
Alkohol. Er schmeckt in seiner Jugend oft recht rauh, es empfiehlt ihn
im Eichenfaß zu zügeln, in der Appellation Bandol sind mindestens
18 Monate
vorgeschrieben.
Ein anderer interessanter Aspekt dieser Traube ist ihre reduktive
Eigenschaft, es macht sie zu den beliebtesten Verschnittpartnern der Grenache-Traube,
die zu Oxidation neigt und von den Tanninen und fleischigen Aromen der
Mourvèdre gut profitiert. Diese Reduktion-Noten von jungen Mourvèdre-Weine
können oft nach Schwefelwasserstoff
riechen, sprich "Landluft" ( manche würden sagen Mist ),
aber die
entwickeln sich nach ein paar Jahren Lagerung in edlere Düfte von
Leder, Safran oder Trüffel. Diese reduktiven Eigenschaften mögen
der Grund sein, warum nur aus der Mourvèdre-Traube bereitete Weine
so selten zu finden sind. Viel zu oft leider gilt Mourvèdre als
strukturverbessernde Zutat in Verschnitten. Viel zu schade, meine ich,
denn ein Mourvèdre-Wein ist gut strukturiert, besitzt kräftige
Brombeeren und schwarze Johannisbeeren-Aromen, weist oft schöne Kräuternoten
auf wie Thymian, Gewürznelke, Pfeffer oder Zimt, und bei älteren
Flaschen kommen noch die verführerischen Düfte von Leder, Trüffel
und Tabak dazu.
|